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Marketing

Meta & Google Ads: Diese KI-Standards solltest du jetzt prüfen

22.10.2026

Meta & Google Ads: Diese KI-Standards solltest du jetzt prüfen

Du schaltest Anzeigen bei Meta oder Google und hast in den letzten Wochen nichts an deinen Kampagnen geändert? Dann haben es vielleicht die Plattformen für dich getan. Im Oktober 2026 kommen gleich mehrere Neuerungen zusammen, die laufende Anzeigen automatisch verändern, neue KI-Funktionen einführen oder Kennzahlen anders zählen. Wer das nicht mitbekommt, wundert sich über plötzlich schwächere Zahlen oder ein anderes Nutzererlebnis und zieht daraus womöglich die falschen Schlüsse.

In diesem Beitrag bekommst du einen Überblick über die wichtigsten Änderungen, was davon belegt ist, was noch offen ist, und eine kurze Checkliste für dein Werbekonto.

Meta: Product Browsing startet am 28. Oktober in laufenden Anzeigen

Die dringendste Änderung betrifft Facebook und Instagram. Laut einem Bericht von PPC Land hat Meta Werbetreibende informiert, dass ab dem 28. Oktober 2026 die Funktion „Product Browsing“ auch für bereits laufende Anzeigen eingeschaltet wird, es sei denn, du widersprichst vorher.

Was bedeutet das konkret? Bisher landet jemand, der auf deine Anzeige tippt, in der Regel direkt auf deiner Website. Mit Product Browsing kann zuerst eine Ansicht innerhalb von Facebook oder Instagram erscheinen, die Produktdetails und Vorschläge zeigt. Bislang war das eine Option in Advantage+ Creative, die du selbst aktivieren musstest.

Meta begründet den Schritt mit einem Test vom 6. bis 21. August 2026 mit rund 117.700 Werbetreibenden: Im Schnitt hätten Unternehmen 3 % mehr Conversions erzielt. PPC Land weist allerdings darauf hin, dass Meta weder die Conversion-Definition noch die Vergleichsgruppe offenlegt und keine Angaben zu Kosten pro Conversion oder ROAS macht. Die Zahl lässt sich also nicht unabhängig prüfen.

So kannst du widersprechen

  • Über die Mitteilung von Meta: Dort gibt es einen Opt-out-Button, der vor dem 28. Oktober genutzt werden muss. Unklar ist laut Bericht, ob er für ein einzelnes Werbekonto oder ein ganzes Business-Portfolio gilt.
  • Pro Anzeige: In den Einstellungen zu Advantage+ Creative und zum Ziel (Destination) lässt sich Product Browsing jederzeit ein- oder ausschalten.

Ob die Funktion für dich sinnvoll ist, hängt vom Geschäftsmodell ab. Für einen Onlineshop mit Produktkatalog kann eine Vorschau direkt in der App funktionieren. Wenn deine Anzeige aber auf eine gezielt gebaute Landingpage, ein Anfrageformular oder deine Terminbuchung führen soll, willst du wahrscheinlich keinen Zwischenschritt. Offen ist laut Bericht außerdem, ob neue Anzeigen künftig ebenfalls standardmäßig betroffen sind.

Meta baut die KI-Werkzeuge für Werbetreibende aus

Auf der Advertising Week in New York Anfang Oktober hat Meta weitere KI-Funktionen vorgestellt. Marketing Dive fasst die wichtigsten zusammen:

  • Video aus Bildern: Advantage+ Creative kann aus vorhandenen statischen Bildern Videos erzeugen. Diese Funktion ist laut Meta allgemein verfügbar.
  • Business Assistant: Der KI-Assistent soll mehr Kontext berücksichtigen, etwa was im Vorquartal lief, Saisonalität und deine Ziele. Dazu kommen agentische Funktionen, mit denen per Chat Kreative erstellt sowie Targeting und Budget angepasst werden sollen. Der Import von Markenrichtlinien und geplante Berichte mit Warnmeldungen befinden sich im Test.
  • Customer Lifecycle Strategy: Damit lässt sich pro Kampagne genauer festlegen, welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Laut Bericht steht das allen Werbetreibenden zur Verfügung.
  • Ads Creative Studio: Das Tool für Videokonzepte und Varianten soll auf mehr Marken ausgeweitet werden.

Für KMU ist vor allem die Video-Funktion spannend: Wer bisher keine Ressourcen für Videoproduktion hatte, kann aus guten Produktfotos schnell Bewegtbild machen. Trotzdem solltest du dir die Ergebnisse vor dem Ausspielen immer selbst ansehen. KI-generierte Varianten passen nicht automatisch zu deiner Marke, und für den Inhalt deiner Anzeige bist am Ende du verantwortlich. Bei Funktionen, die Budgets oder Zielgruppen eigenständig ändern, lohnt sich zusätzlich ein genauer Blick darauf, welche Freigaben du erteilst.

Google: Video-Engagements zählen erst ab 10 Sekunden

Wer YouTube-Anzeigen schaltet, sollte die Engagement-Zahlen gerade mit Vorsicht lesen. In der aktuellen Google-Ads-Hilfe steht: Bei In-Stream-Anzeigen zählt ein Engagement, wenn jemand mehr als 10 Sekunden zuschaut oder auf die Anzeige klickt. Ist das Video kürzer als 10 Sekunden, zählt das vollständige Ansehen. Bei In-Feed-Videoanzeigen sind es 10 Sekunden Wiedergabe ohne Ton.

Relevant Audience hat die Hilfeseite mit einer archivierten Version vom März 2026 verglichen. Dort war noch von 5 Sekunden die Rede. Eine offizielle Ankündigung oder ein konkretes Datum für die Änderung hat Google laut diesem Bericht nicht veröffentlicht.

Die Folge ist naheliegend: Bei gleichem Budget werden weniger Engagements gezählt, die Engagement-Rate sinkt und die Kosten pro Engagement steigen, ohne dass deine Anzeige schlechter geworden ist. Wenn du also einen Knick im Reporting siehst, prüf zuerst, ob er mit der neuen Definition zusammenfällt, bevor du Kreative oder Zielgruppen umbaust. Wie stark der Effekt in deinem Konto ausfällt, zeigen nur deine eigenen Daten.

Google: Suchkampagnen wechseln automatisch zu AI Max

Schon seit dem 1. September läuft bei Google eine automatische Umstellung, die manche Konten erst jetzt im Reporting bemerken. Laut PPC Land stellt Google Suchkampagnen auf „AI Max for Search“ um, wenn sie automatisch erstellte Assets oder die kampagnenweite Broad-Match-Einstellung nutzen.

  • Bei Kampagnen mit automatisch erstellten Assets sind danach Suchbegriffabgleich und Textanpassung standardmäßig aktiv.
  • Bei Kampagnen mit kampagnenweitem Broad Match ist nur der Suchbegriffabgleich aktiv. Textanpassung und die Erweiterung der finalen URL bleiben aus.
  • Dynamic Search Ads sind von dieser Welle nicht betroffen. Ihre Umstellung wurde laut Bericht auf Februar 2027 verschoben.

Entscheidend ist der Suchbegriffabgleich: Er bestimmt mit, bei welchen Suchanfragen deine Anzeige erscheinen kann. Das kann neue, passende Suchanfragen erschließen, aber auch Klicks auf Begriffe bringen, die für dich wenig wert sind. Deshalb gehört der Suchbegriffbericht jetzt fest in deine Routine.

Was das für dich bedeutet

Alle vier Entwicklungen folgen demselben Muster: Die Plattformen machen mehr Automatik zum Standard, und du musst aktiv werden, wenn du etwas anderes willst. Das ist nicht grundsätzlich schlecht, denn Automatisierung kann gerade kleinen Teams viel Arbeit abnehmen. Sie sollte aber eine bewusste Entscheidung sein und kein Zufall. Diese To-dos kannst du direkt angehen:

  1. Meta-Mitteilungen prüfen, und zwar vor dem 28. Oktober: Such im Werbeanzeigenmanager nach dem Hinweis zu Product Browsing und entscheide pro Kampagne, ob Klicks direkt auf deine Website gehen sollen.
  2. Advantage+-Creative-Einstellungen durchgehen: Welche KI-Optimierungen sind aktiv? Behalte nur, was zu deiner Marke passt, und schau dir generierte Varianten vor dem Ausspielen an.
  3. Video-Reporting einordnen: Vermerke in deinem Reporting, dass Engagements bei Google jetzt erst nach 10 Sekunden zählen, und vergleiche alte und neue Zeiträume nicht ungeprüft.
  4. AI-Max-Status prüfen: Schau nach, welche Suchkampagnen umgestellt wurden, welche Einstellungen aktiv sind und ob die Ziel-URLs stimmen.
  5. Suchbegriffbericht und ausschließende Keywords pflegen: Schau regelmäßig rein, zum Beispiel alle zwei Wochen, und schließe unpassende Begriffe aus.
  6. Erfolg an echten Geschäftszielen messen: Anfragen, Buchungen oder Umsatz sind aussagekräftiger als Klicks oder Engagements, deren Definition sich jederzeit ändern kann.

Dein Werbekonto auf die neuen KI-Standards prüfen lassen

Product Browsing, AI Max und neue Zähllogiken verändern Kampagnen, ohne dass du selbst etwas umgestellt hast. Wir gehen deine Meta- und Google-Ads-Konten durch, prüfen, welche Automatiken aktiv sind und ob sie zu deinen Zielen passen, und ordnen dein Reporting richtig ein. Mehr dazu findest du bei unserer Betreuung für Google Ads und Meta Ads in München, oder du vereinbarst ein kostenloses Erstgespräch zum Werbekonto-Check.

Quellen

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